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Zu den Klassenarbeiten, Online-Tests, Grundwissen, Referaten, Online-Mathebuch



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BeitragVerfasst: Mo Jun 15, 2009 10:28 pm 
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Gibt es eine Regel, wie viel Stoff in einer Klassenarbeit abgefragt werden darf?

In einer K.A. mehr als 6 Monate abzufragen, finde ich zu viel. Ist das zulässig? Für unangesagte Kurztest gibt es doch auch die Regelung, dass der Stoff der letzen 2 Std. abgefragt wird.

In B.-W. (Gymnasium) wird in Nebenfächern nur noch eine Arbeit pro Halbjahr geschrieben. Und jeder Lehrer bemüht sich, seine Arbeit zum Ende des Jahres unterzubringen, damit möglichst viel Stoff auf einmal in dieser einen Arbeit geprüft werden kann. (Geschichte, Chemie, Religion, Geographie...)


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BeitragVerfasst: Di Jun 16, 2009 6:24 pm 
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ehrlich gesagt gibts es dafür keine regelung so viel ich weis. wir werden selbst in paart wochen ne arbeit schreiben die ca. 6 monate deckt, hab mich aber damit abfinden müssen.
die lehrer sollen ja prüfen ob ihr wirklich alles vorgeschriebene könnt


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BeitragVerfasst: Di Jun 16, 2009 8:52 pm 
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BeitragVerfasst: Mi Jun 17, 2009 8:11 am 
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hm, bin auch der meinung, das ist nicht so klar differenzierbar. also ansich gibt es stoffeinheiten, die decken idR 8 unterrichtsstunden ab und werden mit ner kontrolle beendet (in welcher form auch immer). kann ne klassenarbeit sein, kann ne kurzkontrolle sein. die klassenarbeit kann also 1 stoffeinheit oder auch mehrere abdecken, wenn sie nunmal übers halbjahr geschrieben wird. zudem gibts, wie von herti angedeutet, fächer, da kann man das wissen nicht so einfach in abschließbare schubladen packen. deutsch --> erötertungen, interpretation, überhaupt rechtschreibung etc., sprachen --> vokabeln etc.

gruß
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BeitragVerfasst: Mi Jun 17, 2009 9:58 pm 
Hi ich bin auch der meinung das es keine Regelung wegen des Stoffs und so gibt aber die ans Ende des Schuljahres zu stellen ist echt fies...aber so sind alle Lehrer!!!! Das ist voll scheiße, da man in den letzten 3 Wochen sowieso nichts mehr an Stoff macht!!!!...da sollte man doch eigentlich mal demonstrieren, oder?! :lol:
also ich wäre dafür, naja egal!!! es würde sowieso keiner auf uns hören!!!

gruß
Schnuffel


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BeitragVerfasst: Mi Jun 17, 2009 11:34 pm 
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:)
ich lass mal meine angehende lehrerperspektive durchblicken ;)
so eine klassenarbeit muss erstmal gebaut werden, mit leben gefüllt werden. man möchte ja nicht kreuzchentests erstellen, wie man sie auch zu günther jauch geben könnte, sondern es soll geguckt werden, hats der schüler verstanden, ist er in der lage, das behandelte problem zu begreifen, zu beschreiben, zu erklären und in ansätzen zu lösen bzw. zu übertragen auf ähnliche probleme.
so, bis man aber zu dieser sogenannten transferleistung kommt, bis du also in der lage bist, dir zu denken, warum an der südküste brasiliens ne menge menschen leben und warum im landesinneren kaum wer wohnt, braucht es ne menge vorarbeit. die muss erst mal durch unterricht abgedeckt werden. für einen lehrer lohnt es also, die klassenarbeit ziemlich am ende eines großen stoffgebietes zu schreiben, da die schüler zu diesem zeitpunkt nunmal am meisten input hatten um das stoffgebiet bestmöglichst begriffen zu haben.
so, nun hat so ein schüler zwischen 10 und 17 fächern, so grob. da nun die meisten lehrer nach dem oben beschriebenen schema vorgehen, aus objektiv nachvollziehbaren gründen, prügeln sich die arbeiten regelmäßig am halbjahresende. nicht schön, geht aber nur schlecht anders. ist auch kein böser lehrerwille, der korrekturaufwand kommt nämlich dann auch in allen klassen, die der lehrer unterrichtet zur gleichen zeit ;)

grüße
yvi

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BeitragVerfasst: Do Jun 18, 2009 8:54 am 
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Das sogenannte "Bulimie-Lernen" bringt doch nicht viel.
Die Kinder stopfen alles auf ein Mal in sich hinein und dann wird es auf einen Termin rausge...
Das ist kein nachhaltiges Lernen.

Ich finde, es sollten in Unter- und Mittelstufe kleinere Einheiten abgefragt werden. Dann sind die Kinder motiviert, öfter zu lernen und es bleibt einfach mehr hängen. Es ist nicht sinnvoll, jetzt schon Abi-Prüfungs-Charakter herzustellen. Ich finde, das nachhaltige Lernen sollte zunächst im Vordergrund stehen.

Mein Sohn - 5. Kl. - hat dies Jahr Glück, seine Nebenfach-Lehrer schränken den Stoff vor jeder Arbeit auf ein altersgerechtes Maß ein. Der ein oder andere schreibt auch - freiwillig - eine Arbeit mehr. Bei meinem Sohn bleibt definitiv mehr hängen als bei meiner Tochter, bei der sämtliche Arbeiten auf kurz vor die Notenabgabe gelegt werden.

Sie hat in den nächsten 4 Wochen noch ca. 12 Klassenarbeiten vor sich, mein Sohn ca. vier.
Natürlich hat sie als 8. Klässler mehr Fächer, aber das war in der 5. bei ihr auch schon so.

Es interessiert sehr viele Lehrer einfach nicht, wie es den Schülern geht, ob sie sinnvoll lernen. Es zählt nur, dass man nach Schema F so viel Stoff auf ein Mal abfragen kann.
Eine Arbeit pro Klasse und Halbjahr mehr zu schreiben, wäre ja mit zusätzlichem Aufwand verbunden.


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BeitragVerfasst: Do Jun 18, 2009 9:34 am 
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hi

du hast natürlich recht, reinstopfen, rauskotzen bringt es nicht. das problem ist das schulsystem. du hast als lehrer nunmal einen lehrplan, der dir im nacken hockt, den du irgendwie bis schuljahresende behandelt haben musst. und es gibt themen, die eignen sich um sie abzufragen und es gibt welche, die tun das nicht.
die anzahl der klassenarbeiten ist häufig vorgegeben, mal eben eine mehr schreiben im jahr wäre wahrscheinlich auch den schülern nicht recht, da klassenarbeiten ja häufig mehr gewicht haben als bloße kurzkontrollen.
außerdem ist wohl im unterricht irgendwas schief gelaufen, wenn der stoff nur für den zeitraum der klassenarbeit verstanden wurde und vorher nicht. will heißen, wenn der unterricht gut war, braucht man nicht mehr viel lernen für die kontrolle. das ist für viele lehrer allerdings ein kunststück ;-)

kurzum, ich weiß daraus auch keinen ausweg, außer - mal wieder - das system von ganz oben runter zu ändern. andererseits kannst du dann argumentieren, dass jemand, der zu schulzeiten schon eine gewisse stressresistenz aufbaut, es im studium mal leichter hat, denn da schreibst du in etwa jedes halbe jahr abiturprüfungen (stoffumfang und menge der prüfungen).

ich wollte nur vorbeugen, dass hier das problem von gehäuften klassenarbeiten auf den sadismus aller lehrer im gesamten zurückgeführt wird. wie gesagt, deren korrekturaufwand wird auch nicht weniger und was haben sie davon, wenn die kinder stress haben?

gruß
yvi

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BeitragVerfasst: Do Jun 18, 2009 2:58 pm 
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Herti hat geschrieben:
öhm, Beispiel Mathe:
in der 12 musst du die Zahl 1 kennen --> ergo alles vorher gelernte!
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Das Beispiel hinkt. In Mathe bauen die einzelnen Unterrichtssequenzen oft aufeinander auf, das ist aber in anderen Fächern nur bedingt so. Beispielsweise muss man in Deutsch spätestens ab der Mittelstufe keine Erlebniserzählung mehr schreiben können, weil sie nicht mehr geprüft wird.

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BeitragVerfasst: Do Jun 18, 2009 6:09 pm 
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aber geprüft werden kann!
zudem solltest du das alphabet auch noch beherrschen :roll:
wer hinkt?

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BeitragVerfasst: Do Jun 18, 2009 8:37 pm 
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Herti hat geschrieben:
aber geprüft werden kann!
zudem solltest du das alphabet auch noch beherrschen :roll:
wer hinkt?


Es wird aber de facto nicht geprüft, weil es per Lehrplan nicht vorgesehen ist.
In Klausuren kann sowohl eine bestimmte Menge an Stoff als auch Grundwissen geprüft werden. Das Alphabet gehört zum Grundwissen.

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BeitragVerfasst: Fr Jun 19, 2009 10:58 am 
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was nichts an der Tatsache ändert, dass du es vorher gelernt hast und somit den Rahmen der möglichen Abfragung sehr hoch hält (es geht um die Möglichkeit, nicht um die gängige Praxis)
primär kannst du also ALLES abgefragt werden was bis dato im Lehrplan stand, das ist das gute Recht des Lehrers

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BeitragVerfasst: Fr Jun 19, 2009 11:30 am 
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um der diskussion ein ende zu bereiten:

exemplarisch die zeugnisordnung von bremen, §3 Abs. 3:
Zitat:
Die Leistungsbeurteilung in den Unterrichtsfächern erfolgt auf der Grundlage von Beobachtungen im Unterricht
und von mündlichen, schriftlichen und gegebenenfalls praktischen Leistungskontrollen. Sie bezieht sich auf
die gesamte Lernentwicklung des Schülers und der Schülerin und umfasst sowohl die fachlichen Fähigkeiten
und Kenntnisse als auch die Arbeitsweisen, die Bestandteil der fachlichen Leistungen sind.

Quelle: http://www2.bildung.bremen.de/sfb/zeugnisordnung.pdf

grüße
yvi

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BeitragVerfasst: Fr Jun 19, 2009 3:54 pm 
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Herti hat geschrieben:
was nichts an der Tatsache ändert, dass du es vorher gelernt hast und somit den Rahmen der möglichen Abfragung sehr hoch hält (es geht um die Möglichkeit, nicht um die gängige Praxis)
primär kannst du also ALLES abgefragt werden was bis dato im Lehrplan stand, das ist das gute Recht des Lehrers


In der Praxis fragt kein Lehrer Stoff ab, der vor Jahren das letzte Mal behandelt wurde und deshalb theoretisch immer noch beherrscht werden müsste. Und mMn geht es mitnichten um die Möglichkeit, sondern um deine kategorische Aussage, man müsse immer alles beherrschen. Theoretisch hast du damit durchaus Recht - aber praktisch nicht.

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BeitragVerfasst: Fr Jun 19, 2009 4:02 pm 
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kannste so nich sagen und da herti und ich den gleichen geschichtslehrer hatten, wäre er wahrscheinlich auch gleich mit dem beispiel angekommen :D
der mensch hat wirklich immer querbeet gefragt, auch in mündlichen kontrollen. da musstest du wirklich immer alles können. aber das ist sicher nicht die regel.
ausgangsfrage ist damit aber beantwortet, krümelkacken bitte einstellen ;)

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BeitragVerfasst: Fr Jun 19, 2009 11:11 pm 
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da gibt es wirklich keine regelungen, bei uns zum Beispiel (Gym Ba-Wü) wurden auch schon Arbeiten am Ende des Jahres über den Stoff des gesamten Jahres geschrieben .


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BeitragVerfasst: Sa Jun 20, 2009 3:47 pm 
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In Fächern wie Englisch, Französisch, Mathe z. B. finde ich das auch noch akzeptabel.
Da baut ja alles aufeinander auf. Ich brauche in der 12. ja auch noch die Vokabeln der 5. Klasse. Auch Mathe Grundlagen sollten immer halbwegs im Kopf sein.

Nur in den "Auswendiglernfächern" glaube ich, dass es nicht viel bringt, so alten Stoff abzufragen. Lieber öfter und kleinere Einheiten, dann bleibt vermutlich auch fürs Abi mehr hängen...


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BeitragVerfasst: Sa Jun 20, 2009 5:53 pm 
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wo du recht hast haste recht,
nur das mit dem hängenbleiben is bei lernfächern eh so ne sache die ich für arg fragwürdig befinde

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BeitragVerfasst: Mo Jun 22, 2009 8:03 am 
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Eigentlich wären ja heutzutage andere Lerntechniken sinnvoll als das sture Auswendiglernen.

Frontalunterricht, auswendig lernen, Arbeit schreiben.
Und das wird nicht mal gut gemacht, weil alles viel zu geballt kommt.

Was lernen Schüler da für's Leben?


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BeitragVerfasst: Mo Jun 22, 2009 11:15 am 
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hallo

obwohl du im kern rechthaben magst, find ich die aussage überspitzt. die schule ist weder purer frontalunterricht noch pures auswendiglernen. zumal: schonmal die schüler gefragt, wie sie den stoff am liebesten beigebracht bekommen wollen? der unsägliche methodencocktail, der uns im studium als wünschenswert verkauft wird, überfordert über kurz oder lang. lieber ein paar methoden nehmen, die klappen, als stets und ständig was neues ausprobieren. dass DIE methode schlechthin dabei nicht der frontalunterricht sein muss, ist klar. ich glaube, die situation in den schulen wird sich aufgrund des generationenwechsels bei den lehrern in den nächsten jahren sowieso ändern.

und nebenbei: was fürs leben lernen sollten kinder bei ihren eltern. ich bin kein fan davon, dem lehrer den erziehungsauftrag aufzudrücken und das machen leider viel zu viele. nur so kommt es überhaupt dazu, dass die allgemeinheit der meinung ist, der lehrer ist schuld, wenn das kind nur scheiße baut. ganz ehrlich: da ist meiner meinung nach eher zuhause was schief gegangen als in der schule. sachen wie selbst- und sozialkompetenz gehören zu großen teilen nach hause, auch wenn sie mitlerweile schon in den kompetenzstandards für die schule verankert sind. ist ansich nicht mehr als der versuch des staates, fehler im privaten dort auszumerzen, wo er zugreifen kann.

kein angriff gegen dich, allein die tatsache, dass du hier mitschreibst, zeigt, dass du anscheinend eine von denen ist, die sich für ihr kind noch wirklich einsetzen.

gruß
yvi

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BeitragVerfasst: Mo Jun 22, 2009 1:04 pm 
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Da stellt sich nun mal wieder unweigerlich die Frage, was man denn fürs Leben können/wissen muss bzw. was "fürs Leben lernen" überhaupt bedeutet? Dieser Ausspruch ist ja seit dem bekannten Seneca Zitat in aller Mund, aber ich habe so das Gefühl, dass keiner so recht weiß, was dahinter steckt. Sind es moralische Werte, die man im Leben braucht? Ist es die Fähigkeit mit Menschen umzugehen? Oder womöglich ein möglichst breites Allgemeinwissen, das einen weiterbringt? Und natürlich im Anschluss darin, Yvis Frage "Sind das alles Dinge, die nur die Schule zu leisten hat?".

Zum Thema Unterrichtsmethoden könnte wohl jeder Schüler und Student ein Buch schreiben. Das heute nur frontal Unterricht wird, mag im Einzelfall Wahres enthalten, spiegelt aber sicher nicht das Gesamtbild akkurat wieder. Ich selbst kam nahezu jedes Schuljahr in den "Genuss" eine Fülle von Unterrichtsmethoden kennenzulernen. Da wurden simple Dinge, die man in 10min hätte erläutern können, in komplizierte Gruppenarbeiten, Gruppenpuzzle, oder Kurzzeitprojekte verfrachtet, das einem beinahe schlecht wurde. Für mich damals unverständlich. Heute weiß ich warum dem so ist. Ich kriege ja mit, das dies Dinge sind, die man im Studium eingetrichtert kriegt und die auch bewusst im Referendariat geprüft werden. Wer dort nur Frontalunterricht macht, wird nicht mit einer Festeinstellung rechnen können. Leider treiben es manche dann so ad absurdum, dass man nur noch "neue" Unterrichtsformen zu sehen bekommt. Und dann passiert nämlich genau das, wie es mir erging: Ich hätte mich manchmal über einen Unterricht gefreut bei dem ich mal nur Zuhören und mir Notizen machen muss. Stattdessen musste man sich ständig mit unmotivierten Mitschülern rumplagen, die genauso wenig Lust auf die 4. Stunde Gruppenarbeit in Folge hatten, wie man selbst. Wie Yvi schon sagte, das richtige Maß ist entscheidend und das kriegen die Meisten auch gut hin. Natürlich gibt es hier, wie überall, auch Leute, die nur von ihren Methoden überzeugt sind - darüber brauchen wir nicht streiten. Und wenn dies eben jemand ist, der auf Frontalunterricht schwört, könnte solch ein Bild, wie oben genannt, entstehen.

Das fatale heutzutage ist aus meiner Sicht, dass die Menschen (und dies ist jetzt kein Angriff gegen deine Person "jeri", da schließe ich mich selbst, auch oft mit ein) glauben interne Strukturen zu begreifen. Da heißt es schnell, bei den Lehrern ist das ja so und so, auf der Bank läuft das so und so ab, die Ärzte glauben dies und das. Aus meiner Erfahrung ist das aber weit weg von der Realität, solange man nicht selbst in der Branche tätig ist. Letztendlich ist ein Lehrer ja nichts anderes als ein Beamter und die sind oftmals Opfer von internen Strukturen. Wenn das Finanzamt einem zuviel Geld abzieht, dann beschweren wir uns beim Sachbearbeiter und machen den erstmal zur Sau. Dabei befolgt er vielleicht nur die Anweisungen des Abteilungsleiters. Dieser befolgt nur die Anweisungen des Chefs des Amtes. Der richtet sich nach den Anweisungen der Hauptverwaltung und die widderum kriegen ihre Vorgaben vom Gesetzgeber. Aber wer muss den Kopf hinhalten? Der arme Sachbearbeiter, weil der für uns derjenige ist, der es verbockt hat. Dass er letztendlich nur ein schlechtes Produkt verkaufen muss, von dem er vielleicht selbst nicht überzeugt ist. Und ähnlich sehe ich das für die Schule. Hier ist der Lehrer das unterste Rädchen im Getriebe, das ein schlechtes Produkt, nämlich das derzeitige Bildungssystem verkaufen muss. Fragt man sich hier denn wenigstens mal ob er selbst davon überzeugt ist? Vielleicht würde er ja selbst gern vieles anders machen? Vielleicht stellt er selbst vieles in Frage? Aber sein Handlungsspielraum ist beschränkt. Er kann nicht hergehen und sagen ich schreibe jetzt 4 Arbeiten im Halbjahr obwohl ihm vorgeschrieben wurde nur 1 zu schreiben. Und genau da sehe ich das Problem. Wir tendieren dazu anzunehmen, dass nur weil jemand etwas tut, er persönlich auch davon überzeugt ist, dass es das Richtige ist.

Nun denke ich, ist es an der Zeit nochmal etwas zu den konkreten Maßnahmen zu sagen. Fakt ist, dass du unzufrieden bist mit der Art wie deine Kinder unterrichtet werden - wer könnte es dir verdenken? Jetzt sollte man aber überlegen, wie man diesen Zustand auch konstruktiv ändert. Wir haben ja gesagt, dass an manchen Zuständen auch der Lehrer selbst nichts ändern kann, daher müssen Wege gefunden werden, wie man dem entgegenwirkt. Nehmen wir hierzu mal dein ursprüngliches Beispiel: Die Einheiten vor den Arbeiten sind zu groß, um effektiv zu lernen. Fakt ist, wenn nur 1 Arbeit vorgeschrieben ist, lässt sich das nicht ändern (im übrigen ist das in der Oberstufe völlig normal, sprich früher oder später muss man sich auch damit mal arrangieren). Wenn das deinem Kind zuviel ist mehrere Monate Stoff vor der Arbeit zu wiederholen, dann solltet ihr schauen, dass ihr euch selbst kleiner Blöcke schafft. Wie wäre es denn wenn dein Kind einfach alle 2 Wochen sich mal eine halbe Stunde hinsetzt und mal eigenständig zusammenfasst, was in dieser Zeit gemacht wurde - also mal die groben Themen, wichtige Merksätze, vielleicht 1-2 Übungsaufgaben dazu, mehr nicht. Auf diese Weise beschäftigt man sich regelmäßig damit, hält den Stoff frisch im Kopf und man schafft vor allem kleinere Einheiten. Wenn man dann vor der Arbeit diese Zusammenfassungen zur Hand nimmt, dann hat man nicht den riesen Berg vor sich und allein dieser psychologische Effekt ist nicht zu unterschätzen. Auf die Weise bereitet man sich in der Regel auch auf größere Prüfungen, wie Abi, Zwischenprüfung oder Staatsexamen vor. Sprich wer das in jungen Jahren schon beherrscht, der hat später mal einen enormen Vorteil.

Es gibt immer etwas was man selbst tun kann, um die derzeitige Situation zu verbessern. Wenn man aber wartet, dass alles auf dem Silbertablett serviert wird, geht man heutzutage jämmerlich ein. Je früher das deine Kinder begreifen, desto besser!

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BeitragVerfasst: Di Jun 23, 2009 9:30 am 
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Registriert: Mo Jun 15, 2009 10:17 pm
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Denis, du hast im Prinzip mit allem Recht, was du schreibst.
Es hat sich da eine ganz interessante Diskussion entwickelt.
Ich hab das auch schon so gemacht, dass ich meine Kinder überzeugt habe, schon länger vorher den Stoff zu wiederholen. z. B. bei einer Musikarbeit. Vielleicht 7 Themen waren behandelt worden, drei schon mal eingeübt und 1 Woche vor der Arbeit meinte der Lehrer, 2 der Themen würde er nun doch weg lassen. Natürlich die, die schon gelernt waren.
Da waren die blöden Holzblasinstrumente und noch ein Thema für nichts gelernt worden.

In den Hauptfächern funktioniert das eher. Eine Sprache / Mathe zu üben "lohnt" sich immer.

Wir Eltern glauben, in Schuldingen mitreden zu können, weil wir einfach selbst mal zur Schule gegangen sind. Und schon auch noch heute durch die Kinder, noch einen gewissen Einblick zu haben.

Ich schätze den Lehrerberuf schon. Es ist nicht einfach, Tag für Tag vor 30 Halbwüchsigen zu stehen und für Disziplin zu sorgen. Das ist sicher oft extrem anstrengend. Es ist auch nicht möglich, jedes Thema so zu vermitteln, dass es die ganze Klasse fesselt.

Wenn ich eine Kritik anzubringen habe (Elternabend, Sprechtag...), bringe ich die immer ganz diplomatisch und höflich an. Kritik zu äußern fällt mir sowieso schwer. Ich versuche auch immer, speziell Lehrern gegenüber, sie noch in etwas Lob zu verpacken. "Das und das finde ich gut, aber meinen sie nicht, es wäre zudem noch sinnvoll, dies und jenes zu tun... ". Sie reagieren auch immer voller Verständnis. Was ich aber so schade finde ist, wenn man z. B. den Mathelehrer bittet, mäßig, aber doch regelmäßig Hausaufgaben aufzugeben und auch zu besprechen, weil die Kinder die Übung brauchen, man dann auch auf Verständnis stößt - für ca. die nächsten 3 Schulstunden - und dann ist wieder alles beim Alten. Dann kann er doch gleich sagen: Nein, das mit den Hausaufgaben klappt bei mir nicht - und das mit dem Besprechen gleich drei mal nicht - wenn ihr Kind regelmäßige Übung braucht, kaufen sie dies oder jenes Buch oder besorgen sie sich einen Nachhilfelehrer.


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