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 Betreff des Beitrags: Referat Reli 13/2
BeitragVerfasst: Fr Apr 17, 2009 9:48 pm 
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Registriert: Do Sep 20, 2007 10:00 pm
Beiträge: 18
Ich hab eigentlich nie Probleme mit Referaten und ich dachte auch dass dieses Thema gut ist aber irgendwie komm ich nich wirklich auf den richtigen Pfad. Ich hab keine Ahnung wo ich anfangen soll und wie ich das Referat aufbauen soll..Es gäbe viele Diskussionsthemen zu dem Thema aber des wars dann auch..

Vllt. hat ja jemand gute Tipps für mich

Also Thema is "Liebe,Freundschaft (und Sex) im Christentum/in der Bibel"


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BeitragVerfasst: Fr Apr 17, 2009 10:46 pm 
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Für den Aufbau sind einige Faktoren schon entscheidend bzw. vorbestimmend, die du vor Beginn klären musst: Zeitrahmen (wie lang soll es überhaupt werden), muss Bezug zu einem Thema im Lehrplan bestehen?, auf was soll das Referat rauslaufen? (hast du ein Ergebnis, soll es in reiner Diskussion enden, oder hast du sonst ein Ziel definiert?). Wenn du das geklärt hast, hast du schon einen gewissen "Fahrplan". Wenn du z.B. nur 10min hast, kannst nicht großartig viele Themen ansprechen, wenn es auf eine Diskussion rauslaufen soll, darf deine Präsentation noch keine fertigen Antworten enthalten, dafür solltest du Leitfragen in der Hinterhand haben, etc.

Nun zum Inhaltlichen: Bei einem solchen Thema kommt man fast nicht an Textarbeit vorbei. Alles andere ist auch nicht sinnvoll, wenn du nicht irgendwo im luftleeren Raum arbeiten willst.
Für machbar halte ich über die Begriffe "Liebe" oder "Nächstenliebe" im biblischen Sinne nachzudenken und zu schauen, was diese von der heutigen Auffasung unterscheiden. Dazu kann man auch sehr schön das Gebot der Liebe mit einbeziehen (Mt. 22, 37-40).
Ebenfalls interessant wäre es sich die Gesetzgebung dieser Zeit anzusehen, wie man dort zur Sexualität stand und zu untersuchen, wie diese Normen unsere heutige Moral inklusive ihrer Grenzen geprägt haben oder wie daraus diverse Ansichten z.B. zur Homosexualität erwachsen sind.
Was man auch noch machen könnte, was aber den Rahmen des Schulunterrichts wohl sprengt, ist sich die etymologische Entwicklung der oben genannten Begriffe mal anzusehen. Dabei wäre speziell Isidors "Etymologiae" zu beachten, und zu schauen, ob und wie er diese Termini definiert. Aber das wird für die Schule wohl nicht so geeignet sein, aber vielleicht willst du ja einen Blick drauf werfen.

Ja das wären meine spontanen Ideen.

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BeitragVerfasst: Sa Apr 18, 2009 7:52 pm 
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Ah super schonmal vielen Dank..
also das Referat soll ca. 10-15 Minuten gehen und joa sollte sich schon einigermaßen an Lehrplan halten....


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BeitragVerfasst: So Apr 19, 2009 2:41 pm 
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Beiträge: 18
Grob sieht das ganze jetzt mal so aus:


1. Sexualität
 „1. Mose 1, 27-28 (Schlachter):
Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.
Und Gott segnete sie; und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllt die Erde...“
 Sprüche 5, 18-19 (Elberfelder):
„Deine Quelle sei gesegnet, erfreue dich an der Frau deiner Jugend! Die liebliche Hirschkuh und anmutige Gämse - ihre Brüste sollen dich berauschen jederzeit, in ihrer Liebe sollst du taumeln immerdar!“

 Gott will Sex zwischen Mann und Frau
 Sexualität als gute Gabe Gottes, die das menschliche Leben bereichert


1.1. Homosexualität

 1. Mose 2, 18 (Schlachter):
„Und Gott der Herr sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch alleine sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die ihm entspricht.“
 keinen männlichen Freund, sondern eine Frau
 3. Mose 18, 22 (Gute Nachricht):
Kein Mann darf mit einem anderen Mann geschlechtlich verkehren; denn das verabscheue ich.
 3. Mose 20, 13 (Gute Nachricht):
Wenn ein Mann mit einem anderen Mann geschlechtlich verkehrt, haben sich beide auf abscheuliche Weise vergangen. Sie müssen getötet werden; ihr Blut findet keinen Rächer.

2. Beziehung

 Ein bestimmter Partner fürs Leben, jede Beziehung führt zur Ehe  Zeit lassen
 1. Mose 2, 24 (Schlachter):
„Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden ein Fleisch sein.“
 Mann muss erst Elternhaus verlassen, bevor er eine Beziehung eingeht

2.1. Ehe und Ehebruch

 Hochzeiten immer sehr öffentlich gehalten:
„1. Mose 24, 54 (Schlachter):
Da aßen und tranken sie, er samt den Männern, die mit ihm waren, und sie blieben dort über Nacht. Aber am Morgen standen sie auf, und er sprach: Laßt mich zu meinem Herrn ziehen!“
 Mose 24 : Eltern müssen der Hochzeit stimmen, Eltern werden zuerst gefragt, der Braut und deren Eltern müssen Geschenke gemacht werden, Braut und Bräutigam dürfen sich vor der Hochzeit nicht sehen, die Frau muss verschleiert sein .
 Füreinander Vorrang vor der Selbstverwirklichung
 Ehebruch: Mt 5,27 ff: „Ihr habt gehört, dass gesagt ist: „Du sollst nicht ehebrechen“. Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.
 Gleichstellung von Scheidung und Ehebruch
 Ehe orientiert sich am Liebesgebot

3. Liebe

 „Mattäus 22, Vers 37-40
Meister, welches Gebot ist das wichtigste? Er (Jesus) antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all Deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst Deinen nächsten lieben wie Dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten.“
 Gott ist auf eine innige Liebe aus
 Man soll seinen Partner lieben, aber nicht die Liebe zu Gott vergessen
 Gottes Liebe als Vorbild für jede Liebe


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aber ich weiß ned..bin total unsicher..Und ich finde kaum was zur Liebe sondern lauter Sachen zur Sexualität :roll: Eigentlich sollte ich nur Partnerschaft und Liebe im Referat machen aber dann wär des Referat ja grad ma n Viertel davon -.-


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BeitragVerfasst: So Apr 19, 2009 6:43 pm 
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Beiträge: 2749
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Na das sind ja schon ganz brauchbare Stellen. Was jetzt noch fehlt, ist eine Reflexion deinerseits. Du hast ja schon ein paar Überlegungen geliefert, allerdings finde ich, müsstest du den einen oder anderen Punkt noch klarer formulieren bzw. nochmal überdenken.

Hier noch ein paar Hinweise meinerseits:

- Bedenke, dass jede Übersetzung eine Interpretation darstellt, der ein bestimmtes Weltbild zu Grunde liegt. Deutsche Übersetzungen haben grundsätzlich den Nachteil, dass sie sehr weit weg von der antiken Gedankenwelt sind und dass wir diverse Begriffe heute völlig anders verwenden bzw. was anderes damit verbinden. Daher hatte ich dir auch empfohlen drüber nachzudenken, wie der Gebrauch deiner Schlagworte damals UND heute ist.

- Das Lateinische, dessen Grundlage ja die deutsche Übersetzung ist, hat prinzipiell das Problem mehrere Worte für "Liebe" zu haben, die prominentesten darunter sind wohl "amor" und "caritas". Die Frage ist eben immer, welches davon wird in welchem Zusammenhang benutzt. Schaut man in den Georges findet man in der Definition sogar, dass beide Begriffe Gegensätze darstellen. Ihm zufolge ist "amor" = Liebe aus Leidenschaft oder Neigung und "caritas" = Liebe aus Ehrfurcht. Demnach ist die Wahl des Begriffes nicht beliebig. Zweiteres würde man heute vielleicht eher als Nächstenliebe bezeichnen. Für uns heute allerdings umso schwerer zu begreifen, dass der Begriff "caritas" genau dort auftaucht, wo wir eher "amor" vermutet hätten. Zum Beispiel schreibt Paulus von der Trias "Glaube - Hoffnung - Liebe". Im Lateinischen findet man an dieser Stelle "caritas". Daher gilt grundsätzlich Vorsicht, wenn du in der deutschen Übersetzung "Liebe" liest.

- Zum Gebot der Liebe, dass du unter Punkt 3 zitierst: Hier tritt "lieben" als Verb auf. Du hast das Ganze auf Partner/Partnerschaft bezogen und daraus den Schluss gezogen, dass man Gott auf die selben Weise lieben soll. Ich wäre vorsichtig, dass auf Partnerschaft zu beziehen, denn wiederum findest du im Text nicht "amare", sondern "diligere", was man wohl am besten mit "schätzen" oder "ehren" übersetzt. Hier geht es also wieder eher die Verehrung. Man soll also seinem "Nächsten" - das muss nicht zwangsläufig der Lebenspartner sein - soviel Verehrung und Anerkennung zukommen lassen, wie Gott selbst. Völlig einig bin ich mit dir, dass diese Stelle exemplarischen Charakter für alle Lebensbereiche haben soll.

- Bezüglich Gen. 2, 18 möchte ich dich auf eine weitere sprachliche Ungenauigkeit hinweisen. Im Lateinischen findest du an dieser Stelle das Wort "adiutorium". Dieses Wort ist Neutrum, wird aber in deiner Übersetzung sofort mit Gehilfin, also weiblich, übersetzt. Hier steckt natürlich wieder ein Weltbild im Hinterkopf, denn für den Mann muss es ja ein weiblicher Gehilfe sein. Steht aber nicht explizit im Text, denn das Wort ansich ist ja Neutrum. Man hätte an dieser Stelle auch "adiutrix" nehmen können, dann wäre deutlich geworden, dass der Gehilfe weiblich sein muss. Dieses Wort ist auch klassisch belegt, also war es zur Zeit der Vulgata Übersetzung bekannt. Dass man hier sofort an eine Frau denkt, ist Interpretation, das solltest du bei deiner Schlussfolgerung beachten.

- Zu Gen. 2, 24: Du sagst, ein Mann müsse von zu Hause ausziehen, um heiraten zu können. Das kann man natürlich so deuten. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass damit leglich gemeint sein könnte, dass der Mann mit diesem Akt aus dem Besitzverhältnis seiner Eltern ausscheidet und ein eigenes beginnt. Zwar bin ich da rechtlich kein Experte, aber ich meine gelesen zu haben, dass man nach dem jüdischen Recht dieser Zeit nach dem Eintritt in die Ehe materiell und besitzrechtlich anders gestellt ist, als zuvor. Daher würde es für mich nahe liegen, dass diese Stelle (zumindest der erste Teil) eher materielle Aspekte hat und nicht unbedingt örtliche. Wenn jeder Verheiratete ausziehen würde, hätte es in dieser Zeit ja sicherlich kaum soviele Großfamilien gegeben.

- Bei der Gesetzgebung lässt sich sicherlich eine gute Diskussion beginnen. Dazu solltest du vielleicht noch weitere dieser Gesetze vorstellen, denn anschließend an die genannten Stellen, findet man ja auch Vorschriften zu Inzest oder Verkehr mit Tieren. Interessant ist hier zu diskutieren, inwiefern das unsere moralischen Grenzen geprägt hat oder es etwas in der Natur des Menschen gibt, das verhindert, dass (die meisten) mit ihrer Schwester schlafen oder Ähnliches tun. Natürlich ist hier auch zu fragen, wie Leute in das Konzept passen, die garnicht daran glauben.

- Du solltest möglichst nicht verschiedene Übersetzungen zitieren und wenn dann musst du sie gegenüber stellen, denn sie sind, wie gesagt, Interpretationen. Die "Gute Nachricht" würde ich persönlich nicht verwenden, die ist oft sinnentstellend. "Elberfeld" eignet sich sehr schön, wenn man wörtliche Übersetzung sucht, die allerdings etwas holprig wirkt. wenn möglich auch immer den lateinischen oder griechischen Text ins Auge fassen.

- Partnerschaft und Liebe sind zwei Dinge, die in der Antike eher schwer zu fassen sind. Daher würde ich nicht mit aller Gewalt nach dem suchen, was heute darunter verstanden wird. Ehe war zu römischer Zeit oft materiell orientiert oder zu bestimmten Zwecken. Auf Gefühlsebene nach soetwas zu suchen, wird schwierig.

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