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"Halt ihm die andere Wange hin"
Halt ihm die andere Wange hin Dir schlägt dein Bruder in dein Gesicht. Was tust du dann? Du weißt, was die Bibel sagt. Halt ihm die andere Wange hin! Das sagt die Bibel. Und wahrlich, wenn du es tust, dann ist es gut. Dann haut dir dein Bruder eine zweite herunter, von der anderen Seite, und wenn du benommen bist davon, dann lachen die andern aus ganzem Herzen.
Dein Bruder aber, der führt ihr Gelächter wie eine Geiß.
Bis hierher ist alles gut. Jetzt aber kannst du zweierlei Wege gehen.
Einmal kannst du erröten, wenn alle Augen der andern dich verspotten, und wenn ihr Gelächter zusammenschlägt über dir. Wenn das geschieht, dann war alles umsonst. Dann winde dich nur in deiner Verlegenheit! Dann warst du noch nicht tapfer und klug genug für dieses Bravourstück Christi.
Der andere Weg ist der: Du hast gemerkt, ganz heimlich, dass der zweite Schlag schon schwächer war als der erste. Und wenn er es nicht war, dann rede dir's ein. Jedenfalls halt ihm wieder die erste hin, die erste Wange, und wenn du nur richtig lächelst dabei, ganz ohne Zorn, ganz gütig, dann wird der folgende Schlag, der Schlag auf die erste Wange, wieder ein wenig unsicherer sein.
Nur wenn das nicht ist, wenn der dritte Schlag schon wieder besser sitzt als der zweite und erste und wenn die Zuschauer herzhafter lachen als früher und wenn dein Bruder dich weiter schlagen wird wie ein Hündlein, dann leg ihn hin, deinen Bruder, mit einem Schlag auf das Kinn.
Dann warst du nicht in der rechten Arena für dieses Bravourstück Christi. Und lächeln musst du, wenn du den Kinnhaken gibst, ganz gütig lächeln musst du dabei, ganz ohne Zorn. Nachher kannst du ihm aufhelfen, deinem Bruder.
In mancher Arena muss der Christ ein Stierkämpfer sein, muss zeigen, dass er auch das kann. Sonst wird er von keinem verstanden bei seinem Bravourstück. Damit es die andern verstehen: dazu tut er's aber.
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