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BeitragVerfasst: Di Aug 03, 2010 12:04 pm 
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Newbie

Registriert: Di Aug 03, 2010 11:58 am
Beiträge: 1
Hallo zusammen!

Ich will eine Forschungsarbeit über den Zusammenhang von Lehrerpersönlichkeit und Lesemotivation/Unterrichtserfolg schreiben.
Wer von euch gerade Abitur gemacht hat oder noch in der Oberstufe sitzt:
Wie habt ihr den Deutschunterricht empfunden?
Wie fandet ihr die Pflichtlektüren?
Hat euch euer Lehrer motivieren können, die Bücher zu lesen? Wenn ja, wie hat er es geschafft? (Fachkompetenz, Methodenvielfalt, gerechte Noten, Auftreten, Motivation, Begeisterungsfähigkeit, Kursklima....etc.)

Freue mich, über viele Antworten!!!

Gruß an alle

Avizenna


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BeitragVerfasst: Di Aug 03, 2010 1:58 pm 
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Advanced User
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Registriert: Mo Jan 14, 2008 7:17 pm
Beiträge: 96
Wohnort: Tar Valon
Zitat:
Wie habt ihr den Deutschunterricht empfunden?


Eigentlich als angenehm und teilweise auch als interessant. Man konnte viel neues lernen, oder altes festigen. Das fand ich gut.

Zitat:
Wie fandet ihr die Pflichtlektüren?


Bahnwerter Thiel 4/5
Der Sandmann 3/5
Antigone 2/5
Unterm Birnenbaum 2/5
Effi Briest 2/5
Frühlings Erwachen 3/5
Die Vermessung der Welt 3/5
Homo Faber 4/5
Die Wahlverwandtschaften 1/5


Ich lese sehr gern und kann mich daher meistens ganz gut mit Schulbüchern abfinden. Für mich sind Bücher immer neuer Lesestoff und eine neue Leseerfahrung, weshalb ich es nicht als schlimm empfinde, wenn ein Buch nicht so gut ist.
Die Vermessung der Welt (Daniel Kehlmann), Homo Faber (Max Frisch) und Die Wahlverwandtschaften (J.W. v. Goethe) kamen bei uns im Abi dran.
Die Wahlverwandtschaften fand ich ziemlich langweilig, unspektakulär und zu langgezogen. Homo Faber hingegen war echt interessant. Die Story war gut und wie erzählt wurde auch. Es war mein persönlicher Favorit unter allen Büchern. Die Vermessung der Welt war an sich echt okay, aber die Passagen mit Humboldt haben mir weitaus mehr zugesagt, als die mit Gauß.

Zitat:
Hat euch euer Lehrer motivieren können, die Bücher zu lesen? Wenn ja, wie hat er es geschafft? (Fachkompetenz, Methodenvielfalt, gerechte Noten, Auftreten, Motivation, Begeisterungsfähigkeit, Kursklima....etc.)


Hm... mal überlegen. Direkt motiviert, hat uns Frau Dr. nicht, aber sie war immer begeistert von den Büchern und hat oft begeistert davon erzählt und immer Andeutungen gemacht, was im Buch passiert. Das war für einige recht spannend. Die meisten haben es aber nur gelesen, oder Teile davon, wenn Arbeiten geschrieben wurden. Viele haben nicht gelesen.
Dennoch ist es gut zu wissen, dass der Lehrer im Stoff steht, und das war bei unserer Deutschlehrerin der Fall. Sie wusste immer zu antworten und war flexibel, wenn Schüler Ideen hineinbrachten die es so vielleicht noch nicht gab. Außerdem konnte sie immer gut erklären, was gemeint war, und ihr Wissen war sehr umfangreich, dass wenn man mal etwas erklärt haben wollte, und diese Erklärung aber nur mit Zusatzwissen aus anderen Bereichen zu erhaschen war, sie dass konnte.
Außerdem war sie immer sehr fair, gerade bei Vorträgen. Das stellt ja oft für Schüler ein Problem dar. (Nervosität, Sprachgewandheit...)
Außerdem schätzte sie Schüler meines Erachtens immer richtig ein. Selbst wenn diese manchmal glaubten besser, oder aber auch schlechter zu sein. Außerdem förderte sie kreative Arbeit, wie Plakate...oder hat z.B. Frühlings Erwachen nicht nur einfach mit uns gelesen, sondern auch vorne ein wenig zur Schau gestellt.
Jedoch war sie keine Frau, die alles durchgehen ließ. Sobald gewisse Strenge erforderlich war, war sie auch streng.

Fakt ist: Sie ist eine echt gute Deutschlehrerin. Wir hatte echt Glück mit ihr, denn die Parallelklasse hatte eine, die war das komplette Gegenteil. (Ich glaube ja immer noch, dass die irgendwann einmal Drogen genommen hat und backen geblieben ist - so verpeilt ist doch keiner.)

LG juno :)

_________________
God creates Dinosaurs.
God destroys Dinosaurs.
God creates man, man destroys God, man creates Dinosaurs.
Dinosaurs eat man, Woman inherits the earth.


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BeitragVerfasst: Fr Sep 17, 2010 11:25 pm 
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Insider
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Registriert: Di Okt 24, 2006 5:25 pm
Beiträge: 148
Wohnort: Aachen
Falls es noch gebraucht wird:

Wie habt ihr den Deutschunterricht empfunden?
Ich fand den Deutschunterricht immer eher sinnlos und langweilig. Es ist meiner Meinung nach ein Fach, das sehr lehrerabhängig ist.
Ich habe es aber nie gemocht, auch wenn mein Deutschlehrer sehr gut war und sich auch bemüht hat den Unterricht abwechslungsreich zu gestalten und meine Noten sich an der oberen Grenze bewegt haben.
Ich hätte Deutsch immer gerne abgewählt und dafür andere, für meine Zukunft wichtigere Fächer, belegt.

Wie fandet ihr die Pflichtlektüren?
Vielleicht lags auch bereits an meiner Einstellung, aber ich fand die Pflichtlektüren in der Oberstufe nie sonderlich toll. Irgendwann hab ich sie gar nicht mehr gelesen und mich mit den Inhaltsangaben in der Lektürehilfe zufrieden gegeben. Wenn ich meine Noten betrachte, dann scheine ich dadurch aber auch nichts großartig verpasst zu haben...

Hat euch euer Lehrer motivieren können, die Bücher zu lesen? Wenn ja, wie hat er es geschafft? (Fachkompetenz, Methodenvielfalt, gerechte Noten, Auftreten, Motivation, Begeisterungsfähigkeit, Kursklima....etc.)
Nein, mich hat er nicht motivieren können, obwohl die Methodenvielfalt groß war, er fachkompetent war und auch die Noten sehr gerecht waren. Aber vermutlich wäre es auch sehr schwer gewesen, mich zu motivieren, die Bücher zu lesen, da Deutschunterricht bei mir den Status "Zeitverschwendung" hatte...


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BeitragVerfasst: Di Dez 14, 2010 8:42 pm 
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Newbie

Registriert: Di Dez 14, 2010 8:15 pm
Beiträge: 32
Wie habt ihr den Deutschunterricht empfunden?
Ziemlich langweilig, da der Großteil meiner Lehrer selber keine Lust auf Pflichtlektüre bzw. generell keine Lust auf Unterricht hatte.

Wie fandet ihr die Pflichtlektüren?
Unnötig. Es ist zwar (meines Erachtens) für die Allgemeinbildung wichtig zu wissen, mit welchen Problemen Frauen zu kämpfen hatten (siehe "Effi Briest"), wie ein Drama aufgebaut ist und wie man vor ein paar Jahrhunderten noch Bücher schrieb (siehe "Don Carlos"), aber gerade Werke wie "Tauben im Gras" hätte man sich sparen können.
Ich denke, dass gewisse Unterrichtsreihen zum Thema Nachkriegszeit, Dramen in verschiedenen Epochen, Emanzipation der Frau etc. reichen würden; dazu muss man im Unterricht nicht zwingend Bücher lesen. Für das spätere Leben wäre es doch viel hilfreicher, die Werke berühmter Autoren zu behandeln. Natürlich können auch weniger populäre Werke von sehr hoher Qualität zeugen, aber mal im Ernst, was beeindruckt die Menschen, denen man im späteren Leben begegnet, mehr - dass man Schnitzlers "Leutnant Gustl" gelesen hat, oder dass man sich mit Goethes "Faust" befasst hat?
Meiner Meinung nach sollte viel mehr Wert auf populäre als auch auf aktuelle Bücher gelegt werden; und der Lehrplan sollte Raum für aktuelle Bücher bieten. Warum keinen Blick in Sarrazins Buch wagen? Ein aktuelles Buch, das ein aktuelles Thema behandelt. Warum nicht auch im Deutschunterricht politische Themen ansprechen? Das Fach Politik gibt es bei uns in der Oberstufe gar nicht. Bewusste Manipulation durch Reden von Politikern, was prägt unsere Gesellschaft, eine kritische Betrachtung unserer heutigen Werte und Normen ... Themen, die dem Zeitgeist entsprechen, sind meiner Meinung nach um einiges wichtiger als es beispielsweise "Woyzeck" ist. Die Schüler sollen in der Schule ja auch auf das spätere Leben vorbereitet werden.

Hat euch euer Lehrer motivieren können, die Bücher zu lesen? Wenn ja, wie hat er es geschafft? (Fachkompetenz, Methodenvielfalt, gerechte Noten, Auftreten, Motivation, Begeisterungsfähigkeit, Kursklima....etc.)
"Ich verstehe auch nicht, warum dieses Buch im Lehrplan ist, und ich muss sagen, dass ich keine Lust darauf habe, dieses Buch zu behandeln, aber da müssen wir jetzt durch" - perfekte Motivation. ... Wenn die Lehrer schon keine Lust haben, dann haben es die Schüler noch weniger. Es ist schwer, Schüler für irgendetwas zu begeistern, das will ich nicht bestreiten. Aber Sätze nach dem Motto "Ich hab selber keinen Bock" sind nicht fördernd. Das Problem ist nunmal u.a., dass Lehrer sich im Studium nur Fachwissen aneignen, aber kein Wissen darüber, wie man Schüler am besten unterrichtet. Ein paar Psychologie- bzw. Pädagogik-Seminare (Schwerpunkt "Motivation" o.ä.) wären beispielsweise eine Maßnahme; das sollte Pflichtprogramm sein. Wie bereits gesagt wurde: Lehrer, die nur auf ihren Ruhestand warten, zerstören auch die Lust am Lernen. Nicht alle Schüler bzw. Jugendliche sind faule, rebellische Biester, die man nicht ändern kann; vieles liegt auch an den Lehrern, gerade an denen, die einen in der Grundschule bzw. in der Unterstufe unterrichten, denn sie prägen einen mehr, als man denkt.


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