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BeitragVerfasst: Mi Mär 10, 2010 6:13 pm 
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Registriert: Mi Mär 10, 2010 6:12 pm
Beiträge: 5
Servus ;)

Ich schreibe demnächst einen 5-stündige Arbeit zu Heinrich Kleist's Michael Kohlhaas.
Wir müssen eine Interpretation zu einer bestimmten Textstelle erstellen.

Nun, zu Beginn des Aufsatzes steht ein Einleitungssatz, gefolgt von einer Hinführung des Inhalts bis zur jeweiligen Textstelle. Dann sollte es mit der Interpretation losgehen. Laut Klassenlehrer wird die relativ kurz sein, da die Benutzung des Buches verboten ist und der kurze Textausschnitt daher auf einem DinA4-Blatt abgedruckt ist.

Mir stellt sich nun die Frage, wie ich 5 oder 6 Seiten zu so einem kurzen Textauschnitt schreiben soll? Was kann ich in Bezug auf Mchael Kohlhaas denn alles einbauen, dass ich meine Seiten vollbekomme?
Was passt immer hinein? Und gibt's vielleicht noch irgendwas auf das ich achten sollte?

Grüße und Danke für jede Hilfe,
Malou


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BeitragVerfasst: Mi Mär 10, 2010 7:12 pm 
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Beiträge: 98
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Hallo Malou,

vorab eine Frage an dich:

Zitat:
Dann sollte es mit der Interpretation losgehen. Laut Klassenlehrer wird die relativ kurz sein
.
Du meinst die Textvorlage, die ihr für die Interpretation zur Verfügung habt, oder?

Nun, zu Kohlhaas gibt es einiges zu erzählen. Natürlich kommt das auch auf den Text an, den ihr vor euch liegen habt (das Gespräch Luther-Kohlhaas wird oft gerne genommen...).
Zum einen gibt es die Analyse der Sprache (der typische Kleist-Satzbau), Besonderheiten des Textes - kurz normale Textanalyse. Weiterhin ist dann eine Rückblende (wie kam es zu der jeweiligen Situation) und eine Vorrausschau einzubauen (alerdings lass die nicht überwiegen).
Dann kannst du das Augenmerk auf die Beziehungen der Gesprächspartner untereinander legen und wie deren Relation auch im sprachlichen Kontext stattfindet (ist ihr Gespräch distanziert oder freundschaftlich, wer hat die Oberhand beim Gespräch, dh. wie sind die Gesprächsparts verteilt, gehen die Redner aufeinander ein oder reden sie aneinander vorbei u. a.) und dieses mit Beispielen aus dem Text untermauern.Vergiss auch nicht, sofern ihr den Aufbau der Novelle gelernt habt, in welchem Strukturabschitt die der Textauschnitt befindet (Exposition, Höhepunkt, Moment der letzten Spannung). Und ein letztes: versuche die Themen, die du aus dem Text herausfiltern kannst, zu nennen (bei Kohlhaas sind dies ja Rechts-/Unrechtsthematik, Adelanmaßung, Rache und Gerechtigkeit....) - wenn es in dem euch vorliegenden Ausschnitt nicht zu finden ist, aber nicht krampfhaft danach suchen!

Soweit alles, was auf die Schnelle meinem Deutschhefter entnehmen konnte. Wenn du noch Fragen hast, dann immer her damit :wink: !


Viele liebe Grüße

Shaakai

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"Man sollte gar nicht glauben, wie gut man auch ohne die Erfindungen des Jahres 2500 auskommen kann!" (K. Tucholsky)


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BeitragVerfasst: Mi Mär 10, 2010 9:11 pm 
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Beiträge: 5
Zunächst vielen Dank für die schnelle Rückmeldung.

Richtig, die Textvorlage wird - so vermute ich jetzt einfach mal - nicht allzu lang sein.

Gut, das sind ja schon mal ein zwei Punkte, mit der man ein paar Seiten füllen kann ;) Danke hierfür!

Der typische Kleist-Satzbau? Ohne Punkte und extrem lange, unübersichtliche Sätze. Aber was sagt das über Text (als Beispiel jetzt das Kohlhaas-Luther Gespräch) aus?

Gut, du hast mir jetzt zwei drei Punkte genannt, aber mit denen alleine bekomme ich die Interpretation, auf der einfach am meisten Gewicht liegt, auch nicht volle. :( Besonders, wenn sich an der entsprechenden Textstelle zu den von dir aufgezählten Punkten kaum was finden lässt.

Okay, "Rechts-/Unrechtsthematik, Adelanmaßung, Rache und Gerechtigkeit" - damit lässt sich zu jeder Textstelle was erzählen und wird hiermit auch einiges schreiben können.
Aber hast vielleicht noch weitere Punkte, die ich einbauen könnte?

Vielen Dank schomal hierfür!

Grüße,
Malou


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BeitragVerfasst: Mi Mär 10, 2010 9:46 pm 
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Also, mit dem Satzbau (ja, extrem lange Sätze, soetwas Auffallendes gibt es in der deutschen Literatur nicht häufig... :lol: ) kannst du den Inhalt schwerlich interpretieren, es ist eher als Anmerkung zu den Auffälligkeiten erwähnbar. Bei einem Gespräch musst du ja meist eher auf die sprachlichen Besonderheiten und wie diese in dem Text umgesetzt worden, eingehen.

Ich weiß nun nicht, inwieweit du deine Interpretationen verfasst und du Gedanken miteinander verknüpfst, bzw. was für ein Schreibtyp du bist. Ich habe meine Sätze beispielsweise immer (meist unbewusst) mit diversen Füllworten gestreckt und Gedanken versucht, miteinander zu verbinden (sprich: von der Thematik ließ sich auf den Satzbau schließen und auf die Haltung der Gesprächspartner untereinander, was wiederum Konsequenzen auf den Fortgang der Handlung hat).
Und ist es bei euch wirklich Vorraussetzung, 5-6 Seiten zu schreiben? Es kommt ja nicht unbedingt auf Quantität an (gut, man kann jemanden auch niederreden...), sondern eher auf Qualität.

Ansonsten muss ich dir sagen, dass ich dir die Themen, die du zu Kohlhaas einbringen kannst, soweit genannt habe. Ich denke, es ist möglich, eine umfassende und trotzallem aussagekräftige Interpretation zu dieser Vorlage zu schreiben, sofern du eben das Gesamtwerk kennst und das gegebene Geschehen, welches ihr interpretieren sollt, auch mit der Vorgeschichte und dem Folgegeschehen verbinden kannst. Dein Hauptziel soll ja die Analyse des Textes sein. Da ich auch nicht weiß, welcher das sein wird, kann ich dir hier leider nur Schemata vorgeben. Die Themen im Kohlhaas kennst du und den Rest musst du wohl oder übel aus dem Text extrahieren, und dann das Geschlussfolgerte in einen richtigen Kontext setzen. Analysiere hierzu einfach den Text, untersuche Beziehungen, die vorkommen und angesprochen werden, wenn nötig, kannst du auch auf die historische Person des Kohlhaas zu sprechen kommen, und stelle alle deine Erkenntnisse dar. Wenn du zum Beispiel das Gespräch Luther-Kohlhaas nimmst, zeige, inwieweit sich beider Verständnis von Recht und Moral unterscheidet, wie das ihre Sprache deutlich macht, was ihre sprachlichen Besonderheiten sonst noch offenbart (ein Geistlicher redet normalerweise anders als ein einfacher Arbeiter), versuche die Intentinen beider herauzufinden u. ä.

Soweit meine Ratschläge. Es tut mir leid, dass ich dir nichts genaueres an Ratschlägen mehr erteilen konnte, doch meine Aufschriebe gaben nichts weiteres her :wink: .

Viele liebe Grüße

Shaakai

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BeitragVerfasst: Do Mär 11, 2010 12:34 am 
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Nochmals Vielen Dank für deine Mühen ;)

Gut, die Themen, die du in deinem ersten Beitrag genannt hast, werde ich auf jedenfall einbauen können -egal um welchen Textausschnitt es auch geht.

Eine Bitte hätte ich da noch: Es wäre doch ganz gut, ein Zitat über das Buch oder über eines der vielen Themenblöcke in die Arbeit miteinzubauen. Kennt da vielleicht jemand eines oder kann mir sagen, wo ich nach einem suchen kann?

Grüße,
Malou


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BeitragVerfasst: Do Mär 11, 2010 10:04 pm 
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Also, Zitate zu "Kohlhaas" gibt es wenig; ich glaube, du kannst notfalls nur auf Internetseiten, die Redewendungen und Spruchweisheiten anbieten, schauen, ob du solche zu den Themen findest. Ich denke, da wirst du bestimmt fündig.

Viele liebe Grüße

Shaakai

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BeitragVerfasst: Do Mär 11, 2010 10:07 pm 
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Habe mir mal dieses hier herausgesucht:

"Es gibt nur etwas, das schlimmer ist als Ungerechtigkeit, und das ist Gerechtigkeit ohne Schwert.

Wie findest du das? Passt ja eigentlich ganz gut zu Michael..

Achja, einen Einleitungssatz, den ich ja auf alle Fälle schreiben muss, habe ich auch bereits erstellt:

Die Novelle „Michael Kohlhaas“ von Heinrich von Kleist handelt vom Rosshändler Michael Kohlhaas, dessen Rechtsgefühl ihn hindert, die ihm zugefügte Ungerechtigkeit von Seiten der herrschenden Macht absolutistischer Fürstenhäuser hinzunehmen. Bis er schließlich versucht sein Recht durch Selbstjustiz durchzusetzen.

Passt soweit oder gibt's da irgendwas zu bemängeln?
Achja, morgen steht die ARbeit vor der Tür..also bitte schnell antworten :)

Grüße


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BeitragVerfasst: Do Mär 11, 2010 10:20 pm 
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Okay, da du also jetzt noch eine Antwort benötigst, versuche ich dir noch schnell zu antworten.

Das Zitat finde ich nicht schlecht, jedoch mache ich mir etwas Sorge, wie du es am Besten in die Interpretation einbauen kannst.

Der Einleitungssatz ist insofern nicht schlecht, da er das Grundlegende, was genannt werden kann (du kannst die Entstehungszeit noch einbringen) und soll, nennt. Allerdings bin ich mit dem zweiten Satz "Bis er schließlich versucht, sein Recht durch Selbstjustiz durchzusetzen" unzufrieden. Wie du siehst, ist er von der Struktur ein Nebensatz und sollte daher nicht alleine stehen. Füge ihn an den ersten Satz an und ergänze damit die Aussage, dass Kohlhaas ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden hat.

Soweit von mir und ich wünsche dir für die morgige Prüfung alles Gute und ganz viel Erfolg!


Viele liebe Grüße

Shaakai

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BeitragVerfasst: Do Mär 11, 2010 10:39 pm 
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Vielen Dank für die schnelle Rückmeldung nochmals ;)

Nun, habe mir jetzt ein Zitat Immanuel Kants rausgesucht, dass ich eigentlich ganz gut finde:
"Es ist besser, daß ein Mensch sterbe, als daß das ganze Volk verderbe, denn wenn die Gerechtigkeit untergeht, so hat es keinen Wert mehr, daß Menschen auf Erden leben."

Zum Einleitungssatz:
Mit dem ausgeprägten Gerechtigkeitsempfinden..dass steht doch schon drine? Mhm, ich weiß nicht wie ich denn da noch einbauen soll..

Grüße und Vielen Dank!


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