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Hallo Vivien,
die Außenpolitik des 3. Reiches lässt sich grob umrissen in zwei Stufen einteilen:
1933-1936/37 friedliche und friedensfördernde Politik 1937-1939 kriegerische und kriegsfördernde Politik
Um mit der These "Versaiiles gehört der Vergangenheit an. Deutschland zählt wieder in der Welt." arbeiten zu können, konzentrieren wir uns ersteinmal auf die friedliche Phase. Daher ein paar wichtige Eckdaten (wenn du genaueres dazu benötigst, sag Bescheid, oder schlage in Büchern nach):
-Hitler verlängerte kurz nach seiner Machtergreifung den Berliner Vertrag mit der SU. Dieser Vertrag war ein Neutralitätsabkommen beider Staaten. - Am 20. Juli 1933 wurde ein Konkordat mit dem Vatikan unterzeichnet. - Im Januar 1934 schloss Deutschland mit Polen einen Nichtangriffspakt. Auf diesesn bekam Deutschland eine starke, positive Resonanz von Frankreich und Großbritannien, welche die Gefahr eines erneuten Krieges nun gemindert sahen. Daher ist dieses Datum ein entscheidender in der deutschen Außenpolitik, da damit eine Bereitschaft zum Handeln seitens Hitler signalisiert wurde. - Ein englisch-deutsches Flottenabkommen folgte am 18. Juni 1935, welches auch der erste Schritt in Richtung Appeasement-Politik darstellt.
Mit diesen und anderen Pakten, Vereinbaren und Beteuerungen legte Hitler die Grundsteine für das weitere Vorgehen und baute sich nach und nach einen starken Standpunkt in der internationalen Politik auf. Deutschland wurde wieder anerkanntes Vehandlungsmitglied, was aber auch der Appeasementpolitik Churchills und der zum Teil schwachen Haltung Frankreichs gewährleistet wurde. Hitler konnte jetzt zur aggressiven Politik übergehen und Forderungen stellen:
- Am 16. März 1935 wird die allgemeine Wehrpflicht wiedereingeführt. Diese Aktion stellt einen klaren Bruch mit dem Versailler Vertrag dar, doch die Proteste sind verschwindend gering. - Von 1936 bis 1939 unterstützen deutsche Kampftruppen im spanischen Bürgerkrieg den faschistischen Diktator General Franco. - 1936 schließen Deutschland und Japan ein Bündnis, welches gegen die russische, kommunistische Internationale gerichtet ist, und die "Achse Berlin-Rom" (Bündnis zwischen Deutschland und Italien) wird unterzeichnet. - Anfang März 1938 marschieren deutsche Truppen in Österreich ein und deklarieren den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich. - Am 29. September 1938 findet die Müchner Konferenz statt, in deren Folge die deutschen Truppen ohne Widerstand der Großmächte in Prag einmarschieren (ebenfalls eine Missachtung des Versailler Vertrages).
Da es jetzt ein Krieg immer unausweichlicher scheint, wird im Dezember 1938 ein deutsch-franzsischer Nichtangriffspakt und am 23. August 1939 ein deutsch-russischer Nichtangriffspakt (= "Hitler-Stalin-Pakt") geschlossen.
Am 1. September 1939 beginnt dann der 2. Weltkrieg mit dem Überfall auf Polen.
Soweit die Fakten und die Zahlen. Nun, die meisten der deutschen Zeitgenossen sahen in der Politik Hitlers einen gewaltigen Erfolg. Diese Annahmen wurde natürlich auch noch durch die Propaganda, die über Radio und Zeitungen verbreitet wurde, verstärkt. Da die Menschen, auch schon in der Weimarer Republik, die Annulierung oder wenigstens Abschwächung des als "Knebelvertrag" betitelten Vertrag von Versailles forderten, aber in der Weimarer Republik keine in ihren Augen nennenswerten Erfolge sahen, war für sie Hitlers Politik der "vollendeten Tatsachen", bei dem sie auch "Erfolge" wie die Wiederbewaffnung und die Besetzung des Ruhrlandes sahen, sehr willkommen. Sie spürten, dass die Großmächte keinen Druck auf Deutschland mehr ausüben konnte und dass durch diese zweigleisige Politik Deutschland seine Souveranität wieder erlangte.
Heute sieht man diese Vorgänge differenzierter. Um Hitlers Erfolge in der Außenpolitik nachvollziehen zu können, muss man sich bewusst sein, dass Hitler das niemals allein hätte bewältigen können. All die Außenpolitiker der Weimarer Republik, namentlich hier zu nennen W. Rathenau und G. Stresemann, die er als unfähig hinstellte, haben den Weg für seine Politik erst geebnet, indem beispielsweise der Rapallovertrag 1922 und der der darauf folgende Berliner Vertrag 1926 oder auch Locarno geschlossen wurden und die Verständigungspoltik Deutschland-Frankreich über Stresemann und Briand stattfand. Es ist anzunehmen, dass, wenn diese Ereignisse nicht stattgefunden hätten, Hitler niemals diesen Erfolg hätte haben können, doch das bleibt Spekulation.
Ich hoffe, ich konnte dir helfen.
Viele liebe Grüße
Shaakai
_________________ "Man sollte gar nicht glauben, wie gut man auch ohne die Erfindungen des Jahres 2500 auskommen kann!" (K. Tucholsky)
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