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BeitragVerfasst: Fr Feb 26, 2010 1:15 pm 
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Registriert: Mi Okt 01, 2008 10:41 pm
Beiträge: 16
Hallo, ich soll eine Gedichtsinterprätation machen von "Die Schulen" von Annette von Droste-Hülshoff.
Im Internet habe ich nichts finden können. Ich weiß nicht wirklich wo und wie ich anfangen soll.

Einleitung
* Autor ist klar
* Titel ist auch klar
* Gedichtart ? was heißt Gedichtart?
* Entstehungszeit (Epoche ist hilfreich für die Interpretation) Biedermeierzeit? Muss ich das begründen, oder reicht es wenn ich es erwähne, weil ich weiß wann das Gedicht geschrieben wurde.

Hauptteil
Reim umarmender Reim und Paarreim

Sprache
* Satzbau gebe ich hier an, dass das Gedicht 3 Verse und 6 Strophen hat?
* Stilmittel Anapher, Allegorie usw. , kommt das hierhin? Und muss ich dass zeilenweise oder Strophenweise angeben.

Inhaltliche Untersuchung
* Bezug des Titels zum Gedicht und Thema Ein Schüler besucht seine alte Schule nochmal?
* Thema des Gedichtes Wie es in einer Schule zugeht?
* Wiederaufgreifen von Argumenten und Thesen der Form- und Sprachanalyse zum Belegen der eigenen Aussagen
So weit komme ich garnicht! Was schreibe ich hier?
* (inhaltliche) Gliederung des Gedichts ????

Schluss
* Fazit, Nochmal die Gesamtaussage, zu der man durch die Analyse und Deutung gekommen ist wiederholen
* Eigene Meinung, Hat euch das Gedicht gefallen, mit Begründung
* Den "Aufhänger" aus der Einleitung wieder aufgreifen, damit die Interpretation eine runde Sache wird.

Schreibe ich hier, in einem Fließtext, dass ich denke, dass es sich um einen ehemaligen Schüler der Schule handelt, der diese mal wieder besucht? Muss ich das begründen und wenn ja wie?

Je mehr ich darüber nachdenke, um weniger weiß ich was und wie ich das schreiben soll.
Hab mich ja bemüht, selber was zu machen, aber ich glaub ich versteh garnichts mehr! und weiß auch nicht wie viel ich hierzu schreiben soll (2 Seiten oder 5)? :evil:

Hier also das Gedicht:

Die Schulen

Kennst du den Saal? - ich schleiche sacht vorbei:
»Der alte Teufel tot, die Götter neu« -
Und was man Großes sonst darin mag hören.
Wie üppig wogend drängt der Jugend Schwarm!
Wie reich und glänzend! - aber ich bin arm,
Da will ich lieber eure Lust nicht stören.

Dann das Gewölb' - mir wird darin nicht wohl,
Wo man der Gruft den modernden Obol
Entschaufelt und sich drüber legt zum Streite;
Ergraute Häupter nicken rings herum,
Wie weis' und gründlich! - aber ich bin dumm,
Da schleich' ich lieber ungesehn bei Seite.

Doch die Katheder im Gebirge nah
Der Meister unsichtbar, doch laut Hurrah
Ihm Wälder, Strom und Sturmesflügel rauschen,
Matrikel ist des Herzens frischer Schlag,
Da will zeitlebens ich, bei Nacht und Tag,
Demüt'ger Schüler, seinen Worten lauschen.

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BeitragVerfasst: Fr Feb 26, 2010 3:05 pm 
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Registriert: Fr Mai 17, 2002 2:40 pm
Beiträge: 2749
Wohnort: BW
Zitat:
Entstehungszeit (Epoche ist hilfreich für die Interpretation) Biedermeierzeit? Muss ich das begründen, oder reicht es wenn ich es erwähne, weil ich weiß wann das Gedicht geschrieben wurde.

Auf jeden Fall das Entstehungsjahr nennen. An sich müsstest du schon begründen, warum du dieses Gedicht dieser Epoche zuordnest. Im 19. Jahrhundert gibt es ja durchaus noch Lyrik, die der Romantik zuzuordnen ist, daher reicht es eigentlich nicht zu sagen, nur weil es in der Zeit geschrieben ist, muss es Biedermeier sein. Doch das zu begründen, ist eher etwas, was du anhand des Stils/Inhalts tun solltest und damit gehört es in den Hauptteil. Daher sollte es für die Einleitung genügen die Epoche zu nennen, wenn du es nachher in der Analyse begründen kannst.

Zitat:
Satzbau gebe ich hier an, dass das Gedicht 3 Verse und 6 Strophen hat?

Es spricht nichts dagegen zuerst einen Gesamtaufbau des Gedichts zu nennen und da gehören genau diese Infos rein. Allerdings ist dieser Punkt wohl eher so gemeint, dass du Auffälligkeiten im Satzbau nennen solltest. Zum Beispiel wenn du in jedem Vers eine Zäsur findest, wie es in Barockgedichten der Fall ist, oder wenn parallele Satzstrukturen bewusst vermieden werden und dafür häufig mit Chiasmen gearbeitet wird. Sowas könnte ich mir unter diesem Punkt vorstellen.

Zitat:
Stilmittel Anapher, Allegorie usw. , kommt das hierhin? Und muss ich dass zeilenweise oder Strophenweise angeben.

Immer einzeln angeben: Stilmittel + Beleg + Wirkung. Dann zum nächsten übergehen. Am Besten einzeln der Reihenfolge im Gedicht nach, sonst kommst du draus.

Zitat:
Bezug des Titels zum Gedicht und Thema Ein Schüler besucht seine alte Schule nochmal?

Der Titel heißt ja "Schulen" im Plural. Da liegt es doch nahe zu denken, dass es sich hier nicht um ein konkretes Beispiel handelt, sondern um eine Verallgemeinerung, oder?! Es kann gut sein, dass ein ehemaliger Schüler seine Schule wieder besucht, doch was er dort findet, soll nicht als Einzelfall dargestellt werden, es ist vielmehr der Schluss vom Einzelnen auf das Ganze (auch pars pro toto genannt).

Zitat:
Thema des Gedichtes Wie es in einer Schule zugeht?

Ich lese darin vielmehr eine Kritik am Bildungswesen der Zeit bzw. eine leicht hyperbolische Darstellung des Bildungsverständnisses. Der Lehrer wird ja hier als jemand dargestellt, der einen Anspruch auf absolute Allwissenheit und Unfehlbarkeit verkörpert. Die Schüler werden als stumme Wesen dargestellt, die das Wissen unreflektiert als die absolute Wahrheit aufnehmen. Es ist also eine Situation die weit von humanistischen Bildungsidealen entfernt ist, wo man Dinge kritisch hinterfragt und Authorität anzweifelt. Dies ist ja für die Bildung im 19. Jahrhundert kein ungewöhnliches Bild, daher denke ich, dass es wirklich als allgemeine Anklage gegen das System zu lesen ist.

Zitat:
Wiederaufgreifen von Argumenten und Thesen der Form- und Sprachanalyse zum Belegen der eigenen Aussagen
So weit komme ich garnicht! Was schreibe ich hier?

Hier solltest du begründen, warum du diese Dinge in dem Gedicht siehst. Zum Beispiel die erhöhte Stellung des Lehrenden, indem der Katheder mit einem Gebirge verglichen wird. Einfach die Beispiele anführen, worin du deine Meinung begründet siehst.

Zitat:
(inhaltliche) Gliederung des Gedichts ????

Schau ob du bestimmte "Themenblöcke" im Gedicht findest. Eventuell könntest du hier auch bestimmte Argumentationsmuster finden oder Entwicklungen wie argumentiert wird. Ist aber nicht gesagt, dass es sowas immer gibt.

Zitat:
Schreibe ich hier, in einem Fließtext, dass ich denke, dass es sich um einen ehemaligen Schüler der Schule handelt, der diese mal wieder besucht? Muss ich das begründen und wenn ja wie?

Fließtext ist für die komplette Interpretation zu empfehlen, Stichwörter machen keinen guten Eindruck. Dein Fazit sollte die zentralen Punkte deiner Argumentation nochmal aufgreifen. Hier wäre übrigens auch ein guter Punkt zu erläutern, warum es sich nun, nach deiner inhaltlichen und stilistischen Analyse, um ein Biedermeier Gedicht handelt.

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BeitragVerfasst: Sa Feb 27, 2010 9:30 pm 
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Registriert: Mi Okt 01, 2008 10:41 pm
Beiträge: 16
Danke erst mal für die schnelle Antwort. Sehr erhellt bin ich aber noch nicht. Ich habe mal angefangen zu sortieren und werde eine Interpretation vorbereiten. Hierzu hab ich aber noch Fragen.
Denis hat geschrieben:
Im 19. Jahrhundert gibt es ja durchaus noch Lyrik, die der Romantik zuzuordnen ist, daher reicht es eigentlich nicht zu sagen, nur weil es in der Zeit geschrieben ist, muss es Biedermeier sein.
Ich finde leider keine Info, wann genau das Gedicht geschrieben wurde. Da sie es nur zu Lebzeiten geschrieben haben kann, weiß ich nicht, wie ich es einer Epoche anders zuordnen soll, als der, in der sie gelebt hat. Worauf kommt es denn hier an und wie erkenne ich das?
Denis hat geschrieben:
Doch das zu begründen, ist eher etwas, was du anhand des Stils/Inhalts tun solltest und damit gehört es in den Hauptteil.
Damit gleich die nächste Verwirrung! Schreibstil/Inhalt? Wie untersuche ich denn den Schreibstil? Was gehört denn da alles dazu? Reimform? und was noch?
Denis hat geschrieben:
dass du Auffälligkeiten im Satzbau nennen solltest
Was ist denn hier auffällig im Satzbau? Ich hab sowas noch nie richtig gemacht, deshalb so "komische" Fragen. Was heißt "eine Zäsur" oder "parallele Satzstruktur" ?
Denis hat geschrieben:
Immer einzeln angeben: Stilmittel + Beleg + Wirkung. Dann zum nächsten übergehen. Am Besten einzeln der Reihenfolge im Gedicht nach, sonst kommst du draus.
Wie soll ich mir das vorstellen?
1. Zeile: Kennst du den Saal? - ich schleiche sacht vorbei:
Anrede Das lyrische Ich wendet sich an den Leser.
Kann mir jemand mal ein Beispiel machen, weil ich nicht weiß, wie ich mir das vorstellen soll.
Denis hat geschrieben:
Hier solltest du begründen, warum du diese Dinge in dem Gedicht siehst. Zum Beispiel die erhöhte Stellung des Lehrenden, indem der Katheder mit einem Gebirge verglichen wird. Einfach die Beispiele anführen, worin du deine Meinung begründet siehst.
Hier hab ich meine Probleme. Katheder ….. Gebirge. Was soll das heißen. Was ist in diesem Zusammenhang ein Katheder?
Matrikel ist des Herzens frischer Schlag (Matrikel= in Liste eintragen? Einschreiben? In der Schule anmelden?)
Denis hat geschrieben:
Schau ob du bestimmte "Themenblöcke" im Gedicht findest. Eventuell könntest du hier auch bestimmte Argumentationsmuster finden oder Entwicklungen wie argumentiert wird. Ist aber nicht gesagt, dass es sowas immer gibt.

Irgendwie hab ich das Gefühl ich versteh gar nichts. Themenblöcke?
Je mehr ich hier lese um so weniger versteh ich oder weiß, wie ich so was zusammenschreiben soll.

Vielen Dank schon mal für eure Geduld.

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BeitragVerfasst: So Feb 28, 2010 12:37 am 
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Hallo kaliene,

ich musste mir das Gedicht aber auch erst ein paar mal durchlesen, ehe ich etwas dahintergestiegen bin.

Zitat:
Denis hat geschrieben:
Im 19. Jahrhundert gibt es ja durchaus noch Lyrik, die der Romantik zuzuordnen ist, daher reicht es eigentlich nicht zu sagen, nur weil es in der Zeit geschrieben ist, muss es Biedermeier sein.

Ich finde leider keine Info, wann genau das Gedicht geschrieben wurde. Da sie es nur zu Lebzeiten geschrieben haben kann, weiß ich nicht, wie ich es einer Epoche anders zuordnen soll, als der, in der sie gelebt hat. Worauf kommt es denn hier an und wie erkenne ich das?


Denis hat Recht. Es nützt dir hier auch wenig, herauszufinden, wann das Gedicht verfasst wurde. Laut einschlägiger Literatur ist Droste-Hülshoff dem Biedermaier, bzw. der Spätromantik zuzuordnen. Demzufolge kannst du nachschauen, welche besonderen Merkmale diese Epochen aufweisen. Beim Biedermaier ist beispelsweise, wie auch bei der Romantik, zu bemerken, dass eine starke Hinwendung zur Natur stattfindet, währenddessen politische Themen gar nicht berührt werden (die typische Biedermaieridylle). Ebenso lassen die Gedichte ein metaphernreiches, blumig beschriebenes Bild erkennen, die lyrischen Ichs wenden sich meist von der Menschheit ab und finden sein Glück in der Natur. Aber in dem Gedicht erkennt man auch schon eine gewisse Kritik an dem Bildungssystem.

Zitat:
Denis hat geschrieben:
Doch das zu begründen, ist eher etwas, was du anhand des Stils/Inhalts tun solltest und damit gehört es in den Hauptteil.

Damit gleich die nächste Verwirrung! Schreibstil/Inhalt? Wie untersuche ich denn den Schreibstil? Was gehört denn da alles dazu? Reimform? und was noch?


Zum Schreibstil gehört weniger die Reimform (das sind die "Äußerlichkeiten" des Gedichtes, und dadurch kannst du meist auch schwer die Epoche ermitteln), sondern eher, wie der Autor die Sätze aufbaut und welche stilistischen Mittel er verwendet. Dabei gehst du einfach in die Satzstruktur und analysierst diese. Und ebenso gehst du bei dem Inhalt des Gedichtes vor, durch den du auch Rückschlüsse auf die Epoche ziehen kannst (wie oben beschreben: bei Biedermaier - unpolitisch, Natur- und Idyllenlyrik).

Zitat:
Denis hat geschrieben:
dass du Auffälligkeiten im Satzbau nennen solltest

Was ist denn hier auffällig im Satzbau? Ich hab sowas noch nie richtig gemacht, deshalb so "komische" Fragen. Was heißt "eine Zäsur" oder "parallele Satzstruktur" ?


Zäsuren sind eingerückte Versanfänge, oftmals zu finden bei barocken Gedichten. Was Denis allerdings mit "paraller Satzstruktur" meint, muss er dir erklären :wink: . Aber ich denke damit könnte ein identischer Satzbau mehrerer Verse gemeint sein.

Zitat:
Denis hat geschrieben:
Immer einzeln angeben: Stilmittel + Beleg + Wirkung. Dann zum nächsten übergehen. Am Besten einzeln der Reihenfolge im Gedicht nach, sonst kommst du draus.

Wie soll ich mir das vorstellen?
1. Zeile: Kennst du den Saal? - ich schleiche sacht vorbei:
Anrede Das lyrische Ich wendet sich an den Leser.
Kann mir jemand mal ein Beispiel machen, weil ich nicht weiß, wie ich mir das vorstellen soll.


Nun, ein Beispiel:
Eine Auffälligkeit an dem Gedicht (ich betrachte jetzt das gesamte Werk) ist der klimaktische Aufbau (Klimax = Steigerung vom Kleinen zum Großen, z. B. "ich kam, sah und siegte"). In dem Gedicht musst du jetzt in "großen Dimensionen" denken.

1. Strophe: "Kennst du den Saal[...]"
2. Strophe: "Dann das Gewölb'[...]"
3. Strophe: "Doch die Katheder im Gebirge nah [...]"

Erkennst du die Steigerung? Man "bewegt" sich beim Lesen somit Zeile für Zeile aus der erdrückenden Enge des Saales, der auch von einer wogenden Masse gefüllt ist, in das zwar größere, aber immer noch eingeengte Gewölbe hinaus in die freie Natur - in das nahezu unendliche Gebirge. Dadurch wird eine befreiende Wirkung erzielt.
Kannst du aus dem Beispel die Vorgehensweise schlussfolgern?

Zitat:
Denis hat geschrieben:
Hier solltest du begründen, warum du diese Dinge in dem Gedicht siehst. Zum Beispiel die erhöhte Stellung des Lehrenden, indem der Katheder mit einem Gebirge verglichen wird. Einfach die Beispiele anführen, worin du deine Meinung begründet siehst.

Hier hab ich meine Probleme. Katheder ….. Gebirge. Was soll das heißen. Was ist in diesem Zusammenhang ein Katheder?
Matrikel ist des Herzens frischer Schlag (Matrikel= in Liste eintragen? Einschreiben? In der Schule anmelden?)


Katheder ist ein Lehrstuhl oder ein Podium, von dem meist der Dozent zu den Schülern spricht. In der dritten Strophe steht das Gebirge metaphorisch für dieses Lehrerpult, von dem sich das lyrische Ich unterrichten lässt. Das lyrische Ich meidet die Lehranstalten, in dem nur priviligierte Menschen Bildung erfahren können und es wendet sich der Natur zu.
Mit der Strophe "Matrikel ist des Herzens frischer Schlag,[...]" kann ich derzeit leider auch noch nicht sonderlich viel anfangen, da auch mich der Bezug von "Matrikel" (Verzeichnis) mit der Aussage des restlichen Verses irritiert.

Zitat:
Denis hat geschrieben:
Schau ob du bestimmte "Themenblöcke" im Gedicht findest. Eventuell könntest du hier auch bestimmte Argumentationsmuster finden oder Entwicklungen wie argumentiert wird. Ist aber nicht gesagt, dass es sowas immer gibt.


Irgendwie hab ich das Gefühl ich versteh gar nichts. Themenblöcke?


Ich glaube, Denis meint mit Themenblöcken verschiedene angesprochene Themen in dem Gedicht. So etwas findet man beispielsweise bei R. M. Rilke. In einem seiner Gedichte geht es oberflächlich betrachtet um den Herbst und den Winter; wenn man aber näher analysiert, entdeckt man hinter dieser Thematik noch den Stoff zum Altern und allgemein zum Lebensabend des Menschen. Wenn ich das Gedicht Droste-Hülshoff besehe, kann ich aber keine Themen außer dem angesprochenen der Schulen entdecken.

Soweit damit ersteinmal von meiner Seite.


Viele liebe Grüße

Shaakai

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"Man sollte gar nicht glauben, wie gut man auch ohne die Erfindungen des Jahres 2500 auskommen kann!" (K. Tucholsky)


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BeitragVerfasst: So Feb 28, 2010 1:54 am 
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Zitat:
Ich finde leider keine Info, wann genau das Gedicht geschrieben wurde. Da sie es nur zu Lebzeiten geschrieben haben kann, weiß ich nicht, wie ich es einer Epoche anders zuordnen soll, als der, in der sie gelebt hat. Worauf kommt es denn hier an und wie erkenne ich das?

Sie hat Ende der 1830er Jahre einige Gedichtszyklen veröffentlich. Da ich nicht die Zeit habe dies genauer zu recherchieren, kann ich hier nur vermuten, aber ich denke es ist sehr wahrscheinlich, dass dieses Gedicht auch dabei war. Übrigens muss das Gedicht nicht unbedingt nur einer Epoche eindeutig zuzuordnen zu sein. Gerade in Zeiten, wie dem frühern 19. Jahrhundert, wo mehrere Strömungen aufeinandertreffen, ist es garnicht so unwahrscheinlich, dass in einem Gedicht Elemente zweier Epoche vorzufinden sind. Besonder wenn die Übergänge sehr fließend sind. Zu den Charakteristika der Epochen hat Shaakai schon geantwortet.

Zitat:
Was ist denn hier auffällig im Satzbau? Ich hab sowas noch nie richtig gemacht, deshalb so "komische" Fragen. Was heißt "eine Zäsur" oder "parallele Satzstruktur" ?

Nochmal zum Verständnis: all deine Punkte können in einem Gedicht vorkommen und bei der Analyse wichtig sein. Aber es muss nicht sein. Denke nur an postmoderne Gedicht, die nur aus einzelnen Worten bestehen - wie soll es da eine Satzstruktur geben, wenn es garnicht aus Sätzen besteht? In besagtem Gedicht wäre mir jetzt nichts aufgefallen, was unbedingt erwähnt werden müsste - in anderen kann es durchaus wichtig sein.

Zur parallelen Satzstruktur. Du weißt ja sicher was ein Parallelismus ist. Wenn solch ein Parallelismus (also die gleiche Anordnung der Satzglieder) mehrfach in einem Text vorkommt, spreche ich gerne von einer vermehr parallelen Satzstruktur. Das muss an sich noch nichts zu sagen haben, kann aber für die Analyse interessant sein. Der Gegenentwurf dazu wäre ja der bewusste Einsatz von Chiasmen. Diese werden ja vor allem dann eingesetzt, um Gegensätze darzustellen. Verzichtet ein Text ganz bewusst auf solche Antithesen oder benutzt er sie recht stark und vermeidet Parallelismen, so würde ich überlegen, ob das nicht in diesem Fall einen tieferen Sinn hat. Bereits in der Antike gab es ja in der Rhetorik verschiedene Ansichten wie die Syntax eines Satzes auszusehen hat. Je nachdem welches dieser Stilmittel vorherrscht, wird der Text eher "glatt" oder "kantig", um es mal bildlich auszudrücken. Wenn man jetzt ein Gedicht aus einer Epoche hat, die sich stark an antiken Vorbildern orientiert, wäre es sicher sinnvoll auch auf den Satzbau zu schauen, ob man da nich vielleicht eine Imitation eines bestimmen rhetorischen Vorbilds darin sieht.

Zitat:
Wie soll ich mir das vorstellen?
1. Zeile: Kennst du den Saal? - ich schleiche sacht vorbei:
Anrede Das lyrische Ich wendet sich an den Leser.
Kann mir jemand mal ein Beispiel machen, weil ich nicht weiß, wie ich mir das vorstellen soll.

Zum Beispiel über die Metapher des Gebirges könntest du schreiben:
Ein zentrales Stilmittel dieses Gedichtes ist die metaphorische Verwendung von Naturmotiven. So vergleicht die Autorin in Zeile 13 den Katheder mit einem Gebirge ("Doch die Katheder im Gebirge nah"). Durch dieses Motiv wird einmal die an sich obligatorisch erhöhte Stellung dieses Gegenstandes im Raum betont, aber auch verdeutlicht, dass derjenige, der vom Katheder aus spricht, von oben herab lehrt. Damit verdeutlicht die Autorin die Rollenverteilung im damaligen Bildungsystem, in welchem der Schüler zum Lehrer hinauf sieht, wie zu einem Gebirge und in welchem er nicht auf der selben Ebene steht wie der Lehrende.

(Da hast du jetzt alles mit drin: Nennung des Stilmittels, Beleg im Text und beabsichtigte Wirkung auf den Leser)

Zitat:
Matrikel ist des Herzens frischer Schlag (Matrikel= in Liste eintragen? Einschreiben? In der Schule anmelden?)

Matrikel sind ja in erste Linie Verzeichnisse. Möglicherweise eine Spezialität des damaligen Bildungswesens - müsste man mal recherchieren. Aber eventuell wurden den Schülern in irgendeiner Form Nummern zugeordnet. Dies würde zumindest die Stimmung der Anonymität und die Unterdrückung der Individualität in diesem Zusammenhang unterstreichen. Der Schüler als leere Hülle, die mit einer nichtssagenden Nummer gleichgesetzt wird. Aber wie gesagt, das müsste man genauer prüfen.


Den Rest hat Shaakai mehr als ausführlich beantwortet, dem ist nichts hinzuzufügen.

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BeitragVerfasst: So Feb 28, 2010 5:28 pm 
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Registriert: Mi Okt 01, 2008 10:41 pm
Beiträge: 16
Ich schalte mich hier mal ein. (die Mutter)
Ich habe meinem Sohn gebeten, hier mal nach Hilfe für diese Interpretation zu suchen und mir heute mal die Antworten hierzu durchgelesen, da er offensichtlich völlig irritiert ist. Vielleicht ist zu erwähnen, dass er in der 10. Klasse ist und diese ganzen Recherchen in der Schule in einer Arbeit (ohne Computer) ja nicht wirklich möglich sind. Ich habe ihm auch schon versucht behilflich zu sein, aber ich bin schon einige Zeit aus der Schule raus und solche Sachen habe ich nicht wirklich gelernt.
Also ich kann meinem Sohn teilweise nur zustimmen, dass die Antworten sehr hochtrabend sind. Ist das tatsächlich Stoff, den man für einen Realschulabschluss benötigt? Kennt jemand eine Seite mit einem ähnlichen Gedicht, aus der gleichen Epoche. Für meinen Sohn wäre es mal nötig, so eine komplette Interpretation mal am Stück zu lesen, damit er weiß, wie so ein fertiger Text aussieht.
Er schreibt da was zusammen, streicht es wieder durch, er weiß nicht wirklich bei diesem Gedicht, welches stilistische Mittel er welcher Textstelle hier zuordnen soll und er ist nicht wirklich mehr zu motivieren, die Antworten von euch in eine Interpretation umzusetzen. :cop:

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